GGF-POSITION | UNTERNEHMENSVERMÖGEN
Liquidität – aber ist das schon eine Vermögensstrategie?
Liquidität gibt Unternehmen Sicherheit. Sie schafft Handlungsspielraum, schützt vor unerwarteten Belastungen und ermöglicht Investitionen. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist eine
ausreichende Liquiditätsreserve deshalb unverzichtbar.
Doch bei vielen etablierten Unternehmen stellt sich irgendwann eine andere Frage: Wie viel Liquidität wird tatsächlich für den laufenden Geschäftsbetrieb benötigt – und was geschieht mit dem
Kapital, das darüber hinaus dauerhaft in der GmbH verbleibt?
Liquidität ist zunächst Sicherheit
Geschäftsführende Gesellschafter haben häufig über viele Jahre erfolgreich gewirtschaftet und Gewinne im Unternehmen belassen. Das stärkt die Substanz und schafft Unabhängigkeit. Was aus unternehmerischer Vorsicht entstanden ist, kann jedoch mit der Zeit zu einer beträchtlichen Vermögensposition werden.
Dann verändert sich die Fragestellung. Es geht nicht mehr allein darum, ob genügend Liquidität vorhanden ist. Es geht darum, welche Aufgabe das vorhandene
Unternehmensvermögen künftig erfüllen soll.
Sicherheit allein ist noch keine Strategie
Kapital auf Geschäftskonten oder kurzfristig verfügbaren Anlagen vermittelt zunächst ein hohes Maß an Sicherheit. Gleichzeitig sollte regelmäßig geprüft werden, ob diese Struktur noch zu den
langfristigen Zielen des Unternehmens und seines Gesellschafters passt.
Dabei können unterschiedliche Fragen eine Rolle spielen:
- Welche Liquiditätsreserve benötigt das Unternehmen tatsächlich?
- Welcher Teil des Vermögens wird voraussichtlich langfristig nicht für den operativen Geschäftsbetrieb benötigt?
- Wie soll dieses Kapital strukturiert und angelegt werden?
- Welche steuerlichen Rahmenbedingungen sind dabei zu berücksichtigen?
Und schließlich: Welche Rolle soll das im Unternehmen aufgebaute Vermögen später für den geschäftsführenden Gesellschafter selbst spielen? Gerade diese letzte
Frage wird häufig erst relativ spät gestellt.
Unternehmensvermögen und persönliche Zukunft zusammendenken
Bei einem geschäftsführenden Gesellschafter lassen sich Unternehmen und persönliche Vermögensplanung nicht vollständig voneinander trennen.
Das über Jahre im Unternehmen aufgebaute Kapital kann später unterschiedliche Aufgaben übernehmen – beispielsweise als Reserve für Investitionen, zur Finanzierung unternehmerischer Veränderungen,
für die Versorgung des Gesellschafters oder im Zusammenhang mit einer späteren Unternehmensnachfolge.
Deshalb sollte die Betrachtung nicht bei einzelnen Anlageformen beginnen. Am Anfang steht die Frage nach dem Zweck des Vermögens. Erst danach lässt sich beurteilen, welche Struktur wirtschaftlich sinnvoll sein kann.
Position des GGF-Verbandes
Der GGF-Verband empfiehlt geschäftsführenden Gesellschaftern, Liquidität nicht ausschließlich als Kontostand zu betrachten.
Eine angemessene Liquiditätsreserve bleibt Grundlage unternehmerischer Sicherheit. Darüber hinausgehendes, langfristig nicht benötigtes Kapital sollte jedoch regelmäßig in eine übergeordnete
Vermögensstrategie einbezogen werden.
Dabei geht es nicht um eine bestimmte Anlage oder ein einzelnes Produkt. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel von Liquiditätsbedarf, Unternehmensvermögen, steuerlichen Rahmenbedingungen,
persönlicher Versorgung und langfristigen unternehmerischen Zielen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
Wie viel Liquidität hat meine GmbH?
Sondern:
Welche Aufgabe soll dieses Vermögen in Zukunft erfüllen?
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GGF-Verband – Bundesverband für geschäftsführende Gesellschafter
Der GGF-Verband gibt geschäftsführenden Gesellschaftern Orientierung bei wirtschaftlichen Fragestellungen und bringt hierzu spezialisierte Kompetenzpartner und Unternehmer zusammen.
Presse- und Medienkontakt:
Rainer Bastian,
Initiator des GGF-Verbandes